Mit 10. Jänner 2024 war der Anfang Dezember 2023 begonnene 6-wöchige Winterschlaf für die El Greco IV schon wieder vorbei. Mutterseelenalleine und geduldig hatte sie auf Gran Canaria gewartet und wohl ein wenig von der Reise dorthin geträumt (sh. Beiträge 2023). Nun erweckte sie eine vierköpfige Crew zu neuem Leben und nach etwas Vorbereitung durfte sie wieder hinaus in den Wind – diesmal soll sie sich von den Kanaren zu den Kapverden blasen lassen.

Wer die schicke Lagoon 450 für die rund 1.000 bevorstehenden Seemeilen dirigiert und begleitet, was an Vorbereitung noch anstand und was schließlich erlebt wird, das mögen für die YCBS-Homepage die erfahrenen Langzeit-Segel-Fernfahrer Felix und Gerhard in laufenden Beiträgen berichten.

Der jeweils aktuellste Eintrag steht gleich hier nachstehend – ältere weiter unten:
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Bei Bottom-Up-Sortierung der Meldungen steht das Ende ganz oben  

Jetzt ist der Überstellungstörn der El Greco IV von den Kanaren zu den Kapverden also abgeschlossen. Die lustige Viererbande mit Felix, Gerhard, Martin und Michael (v.l.n.r.) ist vom Saharawind auseinander geblasen – nach Handenberg, nach Wien und nach Genf , nur Felix ist geblieben und freut sich auf weitere Abenteuer und neue Herausforderungen. Diese aber bleiben neuen Geschichten vorbehalten.
Hier kannst du beim Anschluss-Törn aufspringen > Es läuft eine Kapverden-Runde !


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29. Jänner 2024 – glückliche Heimkehr und ein guter Törnabschluss 

Bereits aus der Innviertler Heimat Handenberg informiert Gerhard von seinem Abschluss des Überstellungstörns:

Bin heute zur Mittagszeit endlich daheim eingetroffen. Die Rückreise hatte sich ordentlich gezogen. Nach dem üblichen Vorlauf am Flughafen ist nach dem Bording die Maschine gestern am Nachmittag noch 2,5 Stunden in Mindelo am Boden geblieben (ohne viel Erklärung). So bin ich dann erst nach 22 Uhr in Lissabon ins Hotel gekommen und heute früh musste ich schon um 4 Uhr wieder zum Airport für den späteren Weiterflug nach München. Für das letzte Stück durfte ich noch Felix‘ Auto verwenden.


Damit bin ich jetzt doch auch froh, wieder gut daheim zu sein, wenngleich es eine sehr gelungene und harmonische Abenteuerfahrt war. Felix meinte zum Abschied, dass ich ihm vielleicht doch ein wenig abgehen werde, aber viel Zeit für Sentimentalität dürfte ihm nicht geblieben sein, denn nach meiner Abreise von der El Greco IV sind ja bald danach noch gestern die neuen Crewmitglieder bei ihm eingetroffen, gleich vier statt mir (wie ein Bild beweist). Zudem ist nun auch seine Gabi mit dabei und ich denke, dass sie mich in mancher Hinsicht locker ersetzen wird. Die drei weiteren Neuen sind auch alle altbewährte Wegbegleiter.

Damit geht die Berichterstattung von der Fahrt der El Greco IV von den Kanaren zu den Kapverden zu Ende. Besten Dank an die Informanten für die laufenden Meldungen und das Bildmaterial und viel Spaß für die neue Crew wünscht Ante.


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28. Jänner 2024 – Gerhard macht auf Heimreise und Felix kärchert die Sahara weg

Am Flight-Radar-Bild sieht man seitlich von Marokko den Airbus im Anflug nach Mindelo und Gerhard meldet dazu:
Das Flugzeug in Rot bringt mich heute hoffentlich gut nach Lissabon.

Felix meint am Nachmittag zu den rostigen Schiffsbilder im Begleittext:
Heute kann man die Sonne wieder als solche erkennen. Gerhard ist also ab zum Flughafen und ich nutze die Zeit bis zur Ankunft der neuen Crew, um den Wüstenstaub vom Schiff zu kärchern (auch wenn das Gerät ein Nilfisk ist). 



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27. Jänner 2024 – die Modefarbe nennt sich „Sahara-Gelb“ 

Am Vormittag hat Gerhard per Anruf diese Informationen:

Mein Rückflug wurde neuerlich storniert. Die Maschine ist wegen des Sandes in der Luft erst gar nicht in Lissabon gestartet. Jetzt warte ich diesbezüglich auf neue Nachrichten.
Gestern waren wir noch recht erfolgreich bei der Suche nach Versorgungsmöglichkeiten, speziell für die spätere Atlantik-Überquerung, aber auch für den Einkauf der Folgecrews. So haben wir für Obst und Gemüse, für Fleisch, auch für Dosenfutter und Müsli etc. geeignete Geschäfte hier in Mindelo gefunden.

Am Nachmittag meldet Gerhard in Text und Bild:

Habe nun die Bestätigung für den neuen Heimreise-Termin. Ich fliege am Sonntag um 12:30 Uhr nach Lissabon, übernachte dort bis 04:00 Uhr, weil am Montag früh um 06:00 Uhr der Flieger nach München geht.
Heute Nachmittag, wenn sich – laut Prognose – der Staub hoffentlich verzogen hat, ist große Schiffsreinigung angesagt!
Dank Saharastaub ist der Flybridge-Aufbau (sh. Bild) jetzt gelb gefärbt, normal ist er aber schwarz (wie ein Vergleichsbild von früher zeigt)!
Gerhard


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26. Jänner 2024 – das Kapverden-Bleiberecht wurde noch einmal verlängert 

Das meldet Gerhard am frühen Nachmittag für sich aus Mindelo:

Mein heutiger Heimflug wurde storniert. Es verschiebt sich alles auf Morgen Samstag – neue Planankunft in München ist um 23:10 Uhr. Wird sicher stressig! Die Ursache der Reiseverschiebung liegt wahrscheinlich im Sahara-Sand in der Luft.
Gehen heute Nachmittag Geschäfte schauen. Es ist für später wichtig zu wissen, was es wo gibt. Für die Atlantiküberquerung müssen wir ordentlich bunkern.
Liebe saharastaubige Grüße aus Mindelo
Gerhard


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25. Jänner 2024 – durch die Sahara-Sandluft nach Mindelo zurückgefunden 

Der Skipper der El Greco IV reibt sich die kratzigen Augen, wischt den Staub vom Smartphone und schreibt:

Haben heute durch eine Mischung aus Luftfeuchte und viel Saharasand bei max. 500 m Sicht gut in die Mindelo Marina zurückgefunden. Gerhard wird mich morgen in Richtung Heimat verlassen. Seine Freude darüber wirkt irgendwie verdächtig … ! Wie auch immer, er war mir ein angenehmer Begleiter in diesen Tagen und seine spaßigen Nachkommen sind ohnehin Top für jede Tour. Funfaktor garantiert!
Die Zeit, bis meine Penelope, vulgo Gabriela, und Gefährten am Sonntagmittag eintreffen, werde ich zum Klarieren des Schifferls samt ordentlicher Anti-Wüstenstaub-Hochdruckdusche nutzen. Nun, ich warte schon noch auf Samstag mit der Wascherei. Wie’s aussieht, wird der NE schwächer und sollte wohl bald aufhören mit dem Sandtransport.

Herzlichen Gruß an die Homepageleser, Interimscommodore Felix


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24. Jänner 2024 – der Harmattan macht es heute recht kurzsichtig auf den Kapverden

Felix meint dazu: Harmattanlage – man kann den Wüstenstaub fast zwischen den Zähnen spüren. Sicht 1,5 bis 2 Meilen.


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23. Jänner 2024 – Cabo Verde Impressionen von Tarrafal auf der Insel Sao Nicolau


Nach Santa Luzia besucht nun die Zweiercrew die südöstlicher liegende Insel Sao Nicolau. Zuvor hatte ein großer Fisch die Angelspule geleert und sich anschließend vertschüsst. Felix darf nun neues Silk aufkurbeln. Gerhard fotografiert ihm derweil ein Prachtexemplar in Tarrafal, einem Ort an der Südwestküste der Insel, vor dem die El Greco IV nun ankert. So einen großen Brummer wie in der Schubkarre hätten die beiden Petrijünger wohl auch gerne gefangen.

Zu den Bildern liefert Felix noch folgende Info mit:
Auf jeder bewohnten Insel der Kapverden muss man neu ein- und ausklarieren, ist aber unkompliziert. Ein „Agent“ führt dich um 5 Euro zur Polizei – das sind auch schon die ganzen Klarierungskosten. 

Bei solch üppigen finanziellen Ausgaben ist es klar, dass die beiden gut lachen können.
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22. Jänner 2024 –
Felix und Gerhard verholen sich zur nächsten Insel – Santa Luzia ist auch eine „Grüne“ der Kapverden.

Dass die Inselgruppe vor dem Grünen Kap westlich von Afrika von den Portugiesen so benannt wurde (Cabo Verde), darauf käme man bei Betrachtung der nun folgenden Insel wohl sicher nicht.

Gerhard sitzt schon am Backbordbug der El Greco IV und wartet auf das Ankermanöver – Pos. 16° 45.417 N und 024° 46.056 W.

Die Fahrt ging also vom Süden der Insel Sao Vicente hinüber zum kleinen Eiland Santa Luzia, deren einsamer Strand nun gerade angesteuert wird:



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21. Jänner 2024 –
in Mindelo wird es turbulent,
da flüchten zwei Seebären 

Das abendliche Mindelo wird schon recht lebhaft und laut – es muss bereits fleißig für den bevorstehenden Carneval trainiert werden.

Da ziehen die beiden auf der El Greco IV verbliebenen Seebären es doch vor, wieder aufs stille Meer hinauszufahren. Zwischen den Inseln Sao Vicente und Santo Antao geht es nach Südwesten.
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So wie im Folgebild gut ersichtlich, sollte der Faschingslärm hier verklungen sein. Für heute Nacht ist der Anker im Südwesten der Insel Sao Vicente in der Bucht des Hl. Petrus (Sao Pedro) gefallen – Gerhard meldet:

Felix und ich angelten mit zwei Angeln erfolglos!
Zum Abendessen gab es dann einen Fisch 🐟 aus der Tiefkühltruhe mit viel Knoblauch, Reis und Erbsen.

So..wie..sich..die Situation darstellt, dürfte der Hl. Petrus wohl eher der Patron der Fische denn der Fischer und Angler sein.


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20. Jänner 2024 – Zweier-Abschied mit ein paar Bildern aus Santo Antao 

Vom gestrigen Fähren-Besuch ab 8 Uhr auf der Nachbarinsel Santo Antao haben Michael, Martin und Gerhard ein paar Bilder mitgebracht. Gerhard meint dazu: „Es ist immer ein Erlebnis, diese Insel zu besuchen. Heute um 11:00 Uhr Ortszeit haben uns Michael und Martin leider für die Heimreise verlassen!“.



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18. Jänner 2024 – die El Greco IV ist in Mindelo auf den Kapverden gut angekommen

Um 09:30 MEZ geht ein Anruf mit der Ankunftsmeldung ein. Auch im AIS ist die Position der El Greco IV nun wieder aktuell sichtbar (sh. Screenshot).

Gerhard berichtet kurz:

Sind vor einer Stunde in Mindelo auf der Kapverden-Insel Sao Vicente im Porto Grande eingelaufen, das war 06:30 Ortszeit (Cap Verde Time = MEZ – 2). Zuletzt sind wir nur mit 2-3 Knoten gefahren, damit die Anlandung bei Tageslicht erfolgen konnte. Jetzt sind wir beim Frühstücken und auch beim Aufräumen, weil uns in der Nacht noch draußen auf offener See eine ganze Reihe Fliegender Fische an Bord gesprungen sind, die leicht zu stinken anfangen, wenn man sie übersieht.

Wenn die ersten Formalitäten erledigt sind und wir WLAN zur Verfügung haben, dann kommen weitere Infos und auch Bilder etc. 

Jetzt hat Gerhard ein paar nette Bilder und Videos in die WLAN-WhatsApp-Verbindung entsandt und stehen nun zur Begutachtung bereit. Ich hab einige bei den bisherigen Tagesbeiträgen eingefügt (sh. weiter unten) bzw. gleich hier anschließend platziert:

So sehen maritime Fernfahrer aus: Felix, Gerhard, Martin und Michael!

Der Wingaker in seiner ganzen Farbenpracht – voll aufgeblasen ein echtes Zugpferd!Der Quadrokopter und Martin an der Fernsteuerung machen es möglich – ein Selfie mit allem Drum und Dran.

Und als Draufgabe auch noch ein Video von den Atlantik-Abenteurern – klick dazu einfach im Bild oben auf den roten Wingaker und wenn du Glück hast, dann darfst du eine Runde mitfliegen.

Am Abend gibt es dann noch ein paar ergänzende Informationen, so spricht der Skipper von einer recht entspannten und angenehmen Überfahrt, bei der die Crew ziemlich „gemästet“ wurde. Die letzte Nacht zeigte sich allerdings etwas ruppig, weil der Wind mit bis auf 25 Knoten anzog und eigentlich nicht mehr viel Strecke zu machen war. Da wurde es dann für die kurze Hose doch etwas zu frisch. Jetzt hat es am Tag in Mindelo sonnige 26 Grad und es darf durchaus Schatten gesucht werden. Das Einklarieren war problemlos, ist aber noch nicht ganz abgeschlossen, weil der Beamte morgen Freitag auch noch eine Beschäftigung braucht. Der Skipper wird daher an Bord bleiben (es gibt immer was zu tun, eine Toilette ist immer verstopft), aber der Großvater-Vater-Sohn-Dreier plant einen Fähren-Ausflug zur Nachbarinsel Santo Antao und will dort ein wenig die Berge inspizieren. Am Samstag geht für Michael und Martin der Flug zurück. Gerhard  bleibt noch bis Mittwoch, da geht sich etwas Inselhüpfen mit der El Greco noch aus. Danach kommt eine neue Crew, aber das ist eine andere Geschichte.


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17. Jänner 2024 15:10 MEZ – heute schaffen es nur ein paar Wortfetzen in die Heimat  

An der Stimme ist Felix zu erkennen, aber zu verstehen ist kaum etwas. Mit Müh und Not bekomm ich mit, dass sich die El Greco IV eingebremst hat und der Landfall erst morgen bei Tageslicht erfolgen soll. Weitere Anrufversuche bringen keine brauchbare Verbindung zustande. AIS zeigt auch nur eine 3 Stunden alte Position an, also vorerst keine Neuigkeiten – bitte warten.
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16. Jänner 2024 15:00 MEZ – 7,5 Knoten ohne Motor, nur mit dem Wingaker betucht

Jetzt aber werden so richtig Meilen gefressen. Zur Nachmittagsmitte meldet sich Smutje Gerhard mit einem Menüvorschlag:

Unsere Position ist bereits 19° 30.2 N und 022° 55.4 W.
Seit vormittags 10:30 ist der Motor aus und wir brausen bei Wingaker-Besegelung mit bis zu 7,5 Knoten dahin. Bei der flotten Fahrt sind uns schon wieder einige Delphine in die Quere gekommen, aber sie konnten immer noch gut ausweichen. Einem Tier erging es nicht so gut – wir haben es leider todgefahren. Das kommt jetzt auf den Tisch, es nennt sich dann Lammbraten wenn’s recht ist, aber es dauert noch ein wenig. Der Crew geht’s also bald gut. Sonst keine besonderen Vorkommnisse. ETA oder Planankunft in Mindelo bei der neuen Speed-Situation wäre/ist morgen am späteren Nachmittag. 

Da geht also jetzt ordentlich was weiter mit dem zehnknotigen Nordwind. Das ist auch gut so, dann am Gambia-Fluss wird die EL GRECO IV schon freudig erwartet und nach ihr Ausschau gehalten, das berichtet Afrika-Umrunder Michael Puttinger und stellt dazu ein Bild bereit.

Na ja, das ist zur Zeit noch etwas Zukunftsmusik. Erst kommen die Kapverden dran, auch der Karneval dort und sicher ein paar Insel dazu. Crewwechsel werden dann auch gemacht und die Strecke nach Gambia ist ja auch nicht ganz unerheblich, so an die 400 Meilen.


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15. Jänner 2024 16:00 MEZ –
gut die halbe Strecke ist geschafft –
weit querab liegt nun Mauretanien

Seit Donnerstag, den 11. Jänner um 23 Uhr MEZ ist die El Greco IV nun auf Fahrt von Gran Canaria zu den Kapverden, also bald schon 4 volle Tage.

Wie die Übersichtskarte zeigt, haben die Crew-Mannen den Katamaran schon über die Hälfte der Strecke vorangebracht. Backbordseitig bleibt nun das von Marokko okkupierte Westsahara zurück und es geht mit stetig zunehmender Entfernung von der Küste Mauretaniens weiter Richtung Mindelo auf der Kapverden-Insel Sao Vicente.

Statt Zeit im Bild kommt um 19:30 die vierte Satelliten-Info – Felix ist in der Leitung:

Unsere Position ist bereits 21° 12.1 N und 021° 35.2 W.
Ab und zu sehen wir eine portugiesische Galeere, ansonsten ist es immer noch sehr still am Atlantik. Wir sind weiterhin mit rund 6 Knoten Fahrt unterwegs – 1 Maschine, 5 kn Rückenwind und 1 kn Kanarenstrom ermöglichen es recht gut. Der Passat lässt weiter auf sich warten.

Zwischendurch hat uns heute ein Squall mit 27 Knoten recht unerwartet erwischt und die Segelbefestigung am Großbaum-Schothorn herausgerissen. Nun gibt es ein Loch im Aluminium, was nicht schön ist, aber zum Glück war das Segel noch mit einer Sicherungsleine versehen, sodass nichts Ernsthaftes passiert ist. 

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Nach derzeitiger Einschätzung werden wir bei weiterhin ausgezeichneter Versorgung durch Gerhard (Proviant ist noch genügend vorhanden), am Donnerstag früh in Mindelo einlaufen. 

Na dann – ein Hoch auf die Mannschaft, die Motoren und den Diesel.
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14. Jänner 2024 15:00 MEZ – nur eine leichte Brise am „stillen“ Ozean

Zur sonntäglichen Nachmittagsmitte meldet sich der Skipper der EL GRECO IV. Felix berichtet frei nacherzählt aus dem Atlantik gut 100 Seemeilen westlich der afrikanischen Küste:

Unsere Position ist momentan 23° 01.4 N und 019° 43.1 W.
Alle sind wohlauf, auch dem Patriarchen der Nagy-Sippe geht es gut.
Gefühlsmäßig sind wir am „Stillen Ozean“ unterwegs, nur eine leichte Brise aus 120°. Wir machen mit nur einer Maschine rund 6 Knoten Fahrt, wobei uns der Kanarenstrom in Richtung Süden mit zirka 1 Knoten und auch die Segelkleider etwas unterstützen.

Die besonderen Vorkommnisse waren heute:

  • Ein Tauchgang zur Befreiung eines Propellers von Plastikmüll – einigermaßen locker herauszuschneiden (bei etwa 24° im Wasser und auch an der Luft)
  • Ein unerwarteter Gast an Bord – eine Seeschwalbe nutzte die El Greco für eine Rast zu ihrer Erholung und zu unserer Freude.

Mit der Bitte um Informationsweitergabe verhallte das dritte Gespräch über den Satelliten.
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13. Jänner 2024 18:20 MEZ – der Smutje hat Humor und serviert harte Eier

Die Kritik von gestern lässt die Satellitentechnik nicht auf sich sitzen. Diesmal ist die Verständigung glasklar. Gerhard macht heute den Nachrichtenoffizier am Iridium-Telefon:

Unsere Position ist zur Zeit 24° 58.288 N und 018° 18.255 W.
Leider haben wir weiterhin keinen passenden Wind, eben 5 Knoten auf die Schnauzen (+ bis zu 8 Knoten motorischen Fahrtwind dazu), aber alles ok an Bord.

Drei bemerkenswerte Erlebnisse kann ich vermelden:  

  • Hatten heute ein wunderbares Delphin-Intermezzo. Bis zu 10 Stück begleiteten uns rund eine halbe Stunde lang und spielten mit unseren beiden Bügen. Ein Video davon kann ich jetzt leider nicht schicken.
  • Wo Delphine sind, da gibt es meist auch Fische. Drei nette Exemplare hatten wir bereits an der Angelschnur, aber leider zeigten diese keine Lust an Bord zu kommen. Wir sind zuversichtlich, dass wir bei Anruf des Heiligen Petrus morgen Glück haben werden.
  • Hab als Smutje Eier zum Frühstück in üblicher Dauer gekocht, die dann von der Crew als steinhart empfunden wurden. Die Ursachenforschung ergab, dass wir – weil spanisch eine schwere Sprache ist – bereits gekochte gekauft hatten. Aber kein Problem, nur 50 davon sind noch im Toilettenlager (und ein paar frische Eier zum Glück auch).

Nach besten Grüßen in die heimatlichen Frostgefilde endet der zweite SAT-Call.

PS: Die Delphine können recht lebendig werden, wenn du ihnen ein wenig ins Bild klickst!
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12. Jänner 2024 14:05 MEZ – Felix‘ erster Anruf via SAT-Telefon

Die Satellitentechnik ist zwar genial, die Verständigung aber katastrophal. Beim zweiten Versuch kann ich zumindest ein paar Sprachbrocken sinngemäß interpretieren, was dann in etwa folgendes ergibt:

Unsere Position ist aktuell 27° 0,7′ N und 016° 25,3′ W.
Es geht allen an Bord gut. Sind noch gestern am Abend um 22 Uhr Ortszeit (=23 Uhr MEZ) nach einer Sicherheitseinweisung ausgelaufen. Leider haben wir Südwind mit 5 Knoten, also auf den Bug und müssen daher die El Greco IV mit Motorkraft voranbringen. Nach Prognose dürfte das länger so bleiben, aber wir haben ausreichend Treibstoff an Bord. 

Ein Screenshot der AIS-Karte zeigt die Situation auf einen schnellen Blick:

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11. Jänner 2024 – etwas verspätet gut auf Gran Canaria angekommen

So lauten heute am Morgen Gerhards WhatsApp-Meldungen:

Bei -8 Grad Außentemperatur mussten wir gestern am Vormittag in München etwas Geduld aufbringen, sind aber dann mit 2 Stunden Verspätung bei schönem Wetter gut auf Gran Canaria gelandet.

Nachdem die Crew komplett war, gingen wir zum verdienten Abendessen. Die Marina liegt zwischen Hotelburgen, wie der Bilder-Anhang gut ersichtlich macht:

Am Schiff ist alles soweit okay, ausgenommen die notwendige Reparatur am Mastkopf, die für heute geplant ist.

Am Abend geht dann noch ein kurzer Tagesbericht ein:

Erst ein gutes Frühstück in einem Hotel, hinterher ein längerer Spaziergang zum Auto-Vermieter und dann der große Einkauf für mindestens fünf Tage ohne Einkaufsmöglichkeit. Eine Duschkabine wurde danach als Lagerraum umfunktioniert:

Am Schiff wurde in der Zwischenzeit hart gearbeitet. Felix musste mindestens fünf Mal auf den Mast gezogen werden, um alles zu reparieren und zu verbessern:

Den ganze Tag waren wir heute alle aktiv. Geplant ist, dass wir morgen früh um 07:00 Uhr auslaufen. Weitere Infos kommen dann schon über das SAT-Telefon. Weil es dann mit den Bildern schwierig wird, deshalb hier noch einen Generationen-Dreier zum Abschluss des Tages:

Fehlt da nicht eine Flasche? Prost!
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9. Jänner 2024 – ein erster Beitrag zum Überblick und zur Crewvorstellung

Gerhard berichtet noch aus der Innviertler Heimat:

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Wie geplant fliegen Felix und ich am 10.01.2024 von München nach Gran Canaria. Martin kommt von Wien und Michael von Genf. Damit bin ich schon bei der Crew-Vorstellung:

Felix (links, der Eigner und Skipper) spricht immer von der Nagy-Sippe. Bei diesem Törn sind neben ihm die Nagy’s mit drei Generationen an Bord vertreten. Der älteste bin ich (Gerhard, rechts), dann kommt mein Sohn Michael (Mitte rechts) und mein Enkel Martin (Mitte links).
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Felix, Gerhard und Martin kommen zirka um 14:00 Uhr in Gran Canaria an, dann fahren wir gemeinsam mit dem Taxi in die Marina Puerto Rico im Süden der Insel. Michael kommt etwas später nach.

Am frühen Abend gehen wir gemeinsam zum Essen, dann wird am Schiff  die weitere Vorgehensweise besprochen, so unter anderem:

  • Schichtplan – Einteilung
    Es gibt einen Wachführer und einen Ersatzmann, der Ersatzmann kann in der Nacht schlafen. Bei notwendigen Manövern wird dann dieser Ersatzmann geweckt.
    Der Wacheplan sieht so aus: 06:00 bis 10:00 Uhr, 10:00 bis 14:00 Uhr, 14:00 bis 18:00 Uhr, 18:00 bis 21:00 Uhr, 21:00 bis 00:00 Uhr, 00:00 Uhr bis 03:00 Uhr, 03:00 bis 06:00 Uhr.
  • Sicherheitsbelehrung
    • Wenn es dunkel wird, muss der Wachführer immer eine Schwimmweste tragen.
    • Wird der Ersatzmann gebraucht, muss dieser bei Dunkelheit auch immer die Sicherheitsweste tragen.
    • Muss bei Dunkelheit der Bug des Schiffes betreten werden, muss man sich an der verlegten Lifeline einhängen.
    • Was ist bei Motorbrand zu tun?
  • Aufgabenverteilung im Notfall:
    • Wer setzt den Notruf ab?
    • Wer löst und wassert die Rettungsinsel und das Beiboot?
    • Wer kümmert sich um die Mitnahme der vorher festgelegten Wassermenge?
    • Wer nimmt den GRABBAG 1 mit, in dem vor dem Ablegen bereits alle Reisepässe, Geld in kleinen Scheinen und Creditkarte (von Felix), Notsignale, Handfunkgerät, Leinen, Erste Hilfe Kasten, Leatherman, und Epirb?
    • Wer nimmt den GRABBAG 2, bzw. packt ihn ein?
      Einzupacken sind: Logbuch, Kugelschreiber, Steiner-Fernglas, Sat-Telefon, Seekarte und Lebensmittel. (Brot und Essen)
  • Verhalten bei MANN über BORD
  • Festlegung des Essensplans

Am Donnerstag gehen Gerhard und Michael, der spanisch spricht, zum großen Essen–Einkauf. Die Einkaufsliste existiert bereits, sie wird nur bei der Besprechung am Abend vorher überarbeitet.

Felix und Martin bleiben an Bord, da am Masttop noch Reparaturarbeiten (Montage von Ersatz-Umlenkungsrollen) durchzuführen sind.

Wenn am Nachmittag noch Zeit bleibt, baut Gerhard mit Hilfe der Crew eine notwendige Entlüftungsleitung für den Generator ein.

Sind die Arbeiten am Mast abgeschlossen, wird entschieden, ob wir noch am Donnerstag Abend oder erst am Freitag auslaufen. Ich gebe dann per WhatsApp Bescheid. Wenn wir am Atlantik ohne Verbindung sind, kann ich fallweise über das SAT-Telefon Kurzinfos mit Position durchgeben (habe ich mit Felix abgesprochen).

Gerhard


Eingewebt ab Anfang Jänner 2024 by Ante !