Der in die Jahre gekommene Kapitän, dessen Schläfen ergraut waren, hatte das großartige Schiff GLORY viele Jahre lang geführt und wollte sich endlich zur Ruhe setzen. An einem strahlenden wehmütigen Herbsttag mit weißen Wolken am Himmel war es so weit: Die Passagiere des Schiffs, Tausende an der Zahl, versammelten sich, um ihn zu verabschieden. Das Schiff ankerte vor einer grünen tropischen Insel, wo der scheidende Kapitän seinen Ruhestand verbringen wollte, um die frischen Früchte zu essen und aus den sauberen Quellen zu trinken. Lange Zeit war er ein gütiger und unaufgeregter Schiffsführer gewesen, auf stürmischen Meeren ebenso wie auf ruhigen, und nicht wenigen Passagieren der GLORY traten Tränen in die Augen, als sie ihn über die Gangway von Bord gehen sahen.

Unter den Menschen an Bord waren Schreiner und Lehrer, Maler und Professoren und Klempner, und sie waren aus jedem Winkel des Planeten aufs Schiff gekommen. Sie stimmten nicht immer in allem überein, aber sie hatten eine gemeinsame Geschichte, und im Laufe der Jahrhunderte hatten sie Tod und Geburt, herrliche Sonnenaufgänge und angsterfüllte Nächte, Krieg und Kummer und Triumph und Tragödien erlebt. Durch all diese Erfahrungen hatten sie ein Gespür dafür entwickelt, dass sie ein verrückter zotteliger menschlicher Flickenteppich waren, kunterbunt und voller Widersprüche, aber nicht bereit, sich trennen oder auseinander reißen zu lassen.

Nach dem Abschied des alten Kapitäns sprachen die Passagiere darüber, wer seine Nachfolge antreten sollte. Es war eine gewaltige Herausforderung. Der scheidende Kapitän war nicht nur ein Held und ein gebildeter Mann, sondern auch ein so fähiger Seefahrer und Diplomat, dass er sich den Spitznamen „der Admiral“ erworben hatte – ein Ehrentitel, der vor ihm noch nie einem Kapitän verliehen worden war.

Es gab etliche potenzielle Nachfolger des Admirals – rund ein Dutzend Besatzungsmitglieder, die bereits große Schiffe gesteuert hatten, die sich mit nautischer Navigation und mit Seerecht auskannten. Mindestens zehn von ihnen arbeiteten sogar schon seit Jahrzehnten auf diesem speziellen Schiff und kannten es bis aufs letzte Schräubchen. Während die Passagiere überlegten, welche dieser qualifizierten Personen das Ruder übernehmen könnten, ergriff einer von ihnen das Wort.

„Ich mache das“, sagte er laut …

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