Mehr Details: Von La Caletta zurück in den Heimathafen Marina di Portisco

 

 

 

 

Der letzte Segeltag unseres wunderschönen Sardinientörns ist angebrochen. Lore und Werner sind schon früh unterwegs, erschließen wandernd den Ort und erledigen gleichzeitig den Versorgungseinkauf. Auch Vera und Josef lockt es heute schon aus den Federn. Als ich von der Dusche heraus komme, sitzen die beiden schon in der nahen Bar bei Cappuccino und Croissant. Heute wird kurzerhand das Frühstück hierher verlegt. Auch Romana und Reinhard lassen nicht lange auf sich warten. 

Um 1/2 10 Uhr legen wir bereits ab, denn wir sollen  um 18 Uhr in unserem Heimathafen Portisco, der ca. 30 sm entfernt liegt, eintreffen. Bald kommt eine leichte Brise auf; schon werden die Segel gesetzt und mit 5 kn Raumwind gleiten wir in Richtung Isola Tavolara. Wir saugen noch einmal so richtig die vorbeiziehende Landschaft in uns hinein, um möglichst lange davon zehren zu können. Nach zweistündiger Segelfahrt schläft der Wind leider ein und der lärmende Motor stört etwas die Idylle. Zur Ablenkung wird Veras Heilpraxis eröffnet. Werner und ich bekommen eine angenehme Rückenbehandlung, bevor wir in der Bucht Spalmatore di Terra an der Westseite der Isola Tavolara den Anker werfen. Diese Insel war früher das kleinste Königreich Europas. Wie es dazu kam, könnt ihr bei Interesse nachschlagen – > Link dazu

Ankern am Fuße der Tavolara-InselWir liegen zunächst noch unruhig, da es noch einige Rest-Wellen gibt, doch bald beruhigt es sich in der Ankerbucht. Josef und Reinhard entdecken eine besondere Schönheit auf einem anderen Schiff. Wer bekommt den Gucker zuerst? Wir verspeisen noch das Einpack-Fleisch, das uns Giovanna gestern noch mitgegeben hatte – schmeckt immer noch vorzüglich. Schnorcheln ist Veras große Leidenschaft !Die Speckschwarte bekommt Vera für „ihre“ Fische, die sie wieder schnorchelnderweise mit großer Ausdauer beobachtet. Vera dürfte in einem früheren Leben wohl eine Wasserratte gewesen sein. Wir genießen noch die letzte Pause mit Kaffee und schmackhaften Käsekuchen, dann wird mit Wehmut der Anker gelichtet, um die letzten Seemeilen zu bewältigen.

Da wir annehmen, dass an der Tankstelle in Portisco ein großer Rummel herrschen würde, tanken wir bereits in Baia Caddinos. Wir müssen zwar etwas warten, da zwei Schiffe davor wohl die gleiche Idee hatten. Doch die wunderschönen Anwesen, die es hier entlang der Küste zu sehen gibt, verkürzen das nötige Verweilen. Bei sehr starkem Seitenwind legen wir uns schließlich an der Tankstelle längseits. Zum Glück hat unser Skipper ein sehr waches Auge, was den Dieselzähler betrifft. Der Tankwart bemerkt zu spät, dass er beobachtet wird. Es sind 27 Liter zu Beginn bereits auf der Tankuhr, die aber dann beim Zahlen nach kurzer Reklamation anstandslos abgezogen werden. Man wird doch noch ein wenig tricksen dürfen ! Aber nicht mit uns !

Wind - an die Winsch !

Auch die Segel werden ein letztes Mal gesetzt und anfangs kreuzen wir bei 22 kn Wind unserem Heimathafen entgegen. Da die Stärke bis zu 38 kn zunimmt, müssen wir reffen. Romana und Werner genießen die Spritzfahrt Es wird zuletzt also noch eine spritzige und sehr schräge Angelegenheit. Romana und Werner haben besonders Spaß daran Blauer Himmel - weiße Segel !und geben sich das Vergnügen auf der Kante – eh‘ nur halbhoch, trotzdem werden sie ganz schön haltbar gepöckelt. Wir kommen nicht sehr gut voran. Die Zeit rennt uns davon, denn wir sollten eigentlich schon im Hafen sein. So wird die Wäsche reingeholt und der Motor gestartet. Von überall strömen die Schiffe (auch die richtig großen) in den geschützten Hafen. Ein Segelschiff (wohl über 60 Fuß) mit einem geknickten Mast wird unweit von uns gerade geschleppt. Die Gischt beschert uns immer wieder nasse Kleidung und salzige Haut. Man hat das Gefühl, das Meer will uns zum Abschied noch einmal so richtig zeigen, was es drauf hat. Das Anlegen in Portisco findet bei sehr viel Seitenwind statt – Josef erledigt es aber auch zum Abschluss bravourös. Alle Knochen heil zurück ...Leider müssen wir nochmals aus der Parklücke, da diese von einem italienischen Motorbootbesitzer reserviert worden war. Dieser „wettert“ furchtbar, als er seinen Platz nicht frei vorfindet. Gott sei Dank verstehen  wir nichts.  Ein Boomerangman kommt an Bord und fährt unsere Agustina anschließend in eine Parklücke hinein, wo wir nie im Leben geglaubt hätten, dass da ein Schiff hineinpassen würde. Mit starker Schlauchbootunterstützung der Marineros wird ein Nachbarschiff weggedrückt, das andere weggezogen – ein Wahnsinn, wie die das machen! Wir sehen uns das Spektakel erste Reihe fußfrei an – na ja, ein wenig helfen wir schon mit. 

... in der Marina di Portisco !Zum Abschluss gibt es noch einen ordentlichen Manöverschluck, den wir uns nach diesem anstrengenden Wellenritt wohl verdient haben. Nun geht es groß ans Einpacken, Verräumen  und Schiff klar machen. Josef meldet uns zurück und macht einen Termin für die Schiffsübergabe aus; dabei erfährt er, dass dem Boomerang-Stützpunkt in diesem Jahr schon acht Schiffe wegen Rumpfschäden ausgefallen sind. Daraus ist wohl auch zu ersehen, dass es in diesem Revier höllisch aufzupassen gilt, was die Navigation betrifft. Wir geben unser Schiff ohne Schramme problemlos bereits heute zurück – schlafen dürfen wir aber noch drauf. Rückblickend sind wir mit unserer Agustina recht zufrieden gewesen. Zwar funktionierte der Meilen- und der Motorstunden-Zähler nicht (wir haben also keine genauen Angaben dazu), aber das ist kein besonderes Übel bei einem Urlaubstörn.

Heute möchten wir endlich einmal eine ordentliche italienische Pizza essen, wozu uns die Boomerangchefin einen guten Tipp gibt, den wir gerne annehmen. Bei Spitzenaussicht über die Marina genießen wir die verschiedensten Pizzen, alle schmecken köstlich. Dazu gönnen wir uns den für Sardinien typischen Weißwein Vermentino di Gallura. Auf dem Rückweg zum Schiff fallen wir nochmals in díe selbe Bar, die wir bereits am ersten Tag besucht hatten und schwelgen bei Pina Colada, Cosmopolitan und Caipirinha bereits in Erinnerungen an eine eindrucksvolle Segelwoche – es WAR wunderschön !

 

Für die treuen Leser ein kleines Abschiedslächeln von den einzelnen Crewpaaren:

Skipper Josef ist stolz auf seine wind- und wellenfeste Vera

 

Reinhard & Romana - gut beschuht !

Werner & Lore - abendlicher Ausklang !

Elisabeth & Toni - Positionsfarben in pastell !