Schon 2020 hatte der rührige Skipper Andreas Goldgruber eine Crew formiert und alles war gebucht, aber dann kam die Pandemie in die Quere. Einen weiteren Versuch startete der YCBS mit dem Sondertörn für 2025, aber auch dieser wollte für Nordwesteuropa nicht gelingen. Nun aber gibts Nägel mit Köpfen – sechs wackere Winderprobte sind nach Schottland angereist und werden uns YCBS-Homepage-Surfern an ihrer Reise mittels Kurzberichten und Bildern teilhaben lassen.

Freuen wir uns also auf ein Segelabenteuer mit Landausflügen in schottischen Revieren. Wo es genau hingeht, das werden uns die 3 Paare bald verraten.

Die Crew – v.l.n.r. (alle Gesichter von diversen YCBS-Veranstaltungen eh schon bekannt):

Skipper Andreas Goldgruber mit
Kornelia Goldgruber, Hans Beitschek, Gabi Kogler, Manfred Kogler, Maria Beitschek

SCHOTTLAND-TÖRN im Juni 2026

 .Die Reise ist zwar beendet, die Tagesbeiträge sind trotzdem erfrischend !.



Montag 08.06.2026
Anreise nach Schottland – Edinburgh

Let’s Start – Skipper Andy meldet:

Hallo Toni, ich bin heute mit meiner Crew Konny, Manfred, Gabriele, Hans u. Maria zu meinem Schottlandtörn aufgebrochen. Ich würde mich freuen, wenn du darüber immer einen kleinen Tagesbericht auf der YCBS-Homepage schalten könntest.
LG Andy 

Spät abends ergänzt er:

Wie angekündigt schicke ich dir ab jetzt, so gut es geht, jeden Tag ein paar Fotos. Heute sind wir von München nach Edinburgh geflogen – kein Streik, keine Verzögerung. Anschließend kurze Fahrt mit dem Citylink (£6 je Kopf) vom Flughafen zu unserem kleinen Hotel in Corstorfine. Abendessen im Hotel, dann etwas Spaziergang und Tagesausklang an der Hotelbar.
Morgen wird Edinburgh besichtigt, übermorgen geht’s mit einem Transferdienst dann nach Westen, wo die „Pollyanna“, eine Dufour 425, in der Marina Dunstaffnage nahe Oban auf uns wartet.
Gute Nacht und liebe Grüße an alle Törnbegleiter an den Smartphones und Bildschirmen daheim oder irgendwo.
Andy 

Eine nette erste Bilderserie darf dazu nicht fehlen – wisch oder klick dich durch > HIER !



Dienstag 09.06.2026
Ein Tag in Schottlands Hauptstadt 

Edinburgh und ihre rund eine halbe Million Einwohner haben eine Menge zu bieten, das weiß Wikipedia und dazu kann auch Skipper Andy vom Besuchstag einiges berichten:

Heute ging’s nach dem Frühstück im Toby Carvery Hotel (gar nicht so schlecht) mit dem Bus nach Edinburgh – eine absolut sehenswerte und lebendige Stadt. Unsere Tour führte uns am Anfang auf den „Calton Hill“, wo sich eine Sternwarte und Denkmäler befinden. Der wichtigste Grund hier herauf zu kommen ist aber der grandiose Edinburgh-Rundblick. Danach folgte ein Spaziergang entlang der Prinzess Street, wo sich anfangs der Bahnhof befindet, die dann aber übergeht in schöne Parkanlagen, weitere Denkmäler und die Nationalgalerie. Dann ging’s hinauf durch die „Closes“ genannten Gassen zur High Street, auch Royal Mile genannt, und weiter zum Castle. Die 35£ Eintrittsgebühr pro Person ersparten wir uns und beschlossen, das Geld lieber in eine Whisky-Verkostung zu investieren. An die 600 Sorten wären hier zur Auswahl gewesen! Die alle haben wir nicht ganz geschafft, aber es wurde schon etwas lustig. Bevor uns der Whisky zu sehr in die Beine fuhr, brachen wir ab und wanderten auf der anderen Seite des Burgberges hinab zum Grassmarket, wo ein Pub das andere ablöst. Niedergelassen haben wir uns in einem Rooftop-Pub, also einem Dachlokal – geniale Lokation. Nach ein paar Bier und einem kleinen Abendessen hier oben wars das auch schon wieder für heute – ein anstrengender, aber schöner Tag.
Morgen Mittwoch geht’s Richtung Oban zur Yacht.

LG Andy

Dazu dürfen es natürlich auch ein paar Impressionen in bunter Zufallsfolge sein > HIER !



Mittwoch 10.06.2026
Go West mit Pferdeköpfen 

Der Törn-Vorspann mit Besichtigungen kommt mit der Fahrt zur Marina zum Ende – aber eine Yacht-Übernahme kann ja auch spannend sein. Dies meint Skipper Andy dazu:

Heute ging’s nach dem Frühstück im Hotel pünktlich um 10:00 Uhr mit einem Transferdienst nach Westen zur Dunstaffnage Marina zu unserer gecharterten Yacht „Pollyanna“, einer Dufour 425.
Der Fahrer erwies sich als sehr kooperativ und hatte kein Problem die Fahrt kurzzeitig zu unterbrechen, um uns zu den Kelphis in der Nähe von Falkirk zu bringen, damit wir diese besichtigen konnten. Diese übergroßen Tierköpfe wurden zu Ehren von kräftigen und robusten Pferden gestaltet, die früher die Lasten entlang des Edinburgh-Glasgow-Kanales gezogen haben. Außerdem haben diese Kelphis auch eine mystische Bedeutung in der von Feen und Ungeheuern reichen Vergangenheit Schottlands.

In Dunstaffnage angekommen (sh. Rundblick und Pollyanna-Klipp), erledigten Manfred und ich die Yacht-Übernahme und die anderen fuhren mit dem Fahrer zum Einkaufen nach Oban. Die Übergabe verlief sehr sehr easy. Außer einer kurzen Erklärung des Handbuchs mit Notruf-Nr. und der Revierinfos gab’s nicht wirklich eine techn. Einführung in die Yachtbesonderheiten. Darauf angesprochen erklärte man uns, dass es auf ihrer Internetseite etliche Videos gäbe. Glücklicherweise hab ich die wirklich im Vorhinein schon mehrmals gesehen, sonst wär das schon etwas mager gewesen. Eine Mängelliste wurde dennoch abgearbeitet, weshalb wir diese eher genau machten, um keine Überraschungen zu erleben. Nachdem alles erledigt war entließ man uns mit einem knappen „Have a good trip!“ und wir fingen an unsere Sachen zu verstauen. Danach wollten wir unsere Kojen mit Bettwäsche beziehen, doch wo war diese zu finden? Keiner hatte daran gedacht, das bei der Übernahme anzusprechen und jetzt war niemand mehr vom Stützpunktpersonal da. Auf einen Anruf reagierte niemand, auf der Notruf-Nr. auch nicht! Super, das fängt ja gut an. Wir beschlossen, einfach unsere Schlafsäcke zu benutzen und es morgen bei Tag noch mal zu versuchen. Während des an Bord gemachten Abendessens wurde ich dann doch zurückgerufen und die Sachen mit vielen Entschuldigungen vorbeigebracht.
Heute gibt’s wegen der Hektik bei der Übernahme nicht so viele Fotos. Ich gelobe Besserung.
LG Andy

Na ja, einige Bilder sind es doch geworden > HIER !


Donnerstag 11.06.2026
SCHOTTISCH beginnt der Törn 

Gleich zu Beginn werden die Wassersportfreunde der Bezeichnung voll gerecht – es feuchtelt sehr. Aber die Krägen sind aufgestellt, die Kapuzen hochgezogen, die Gesichter zu einem leichten Schmunzeln getrimmt und die Sonne in den Herzen trocken verwahrt. Eine kurze Startsequenz beweist die gute Stimmung, der Andy etwas auf die Sprünge helfen muss. Wo sich das feuchte Revier grob befindet, das kannst du der Übersicht 1 entnehmen und mehr Detail zeigt dir Übersicht 2. Dazu schreibt der Skipper:

Auf geht’s zum ersten Segeltag, doch am Morgen schaut’s gleich einmal trist aus und der Wetterbericht meldet auch für den ganzen Tag bestes Schottisches Segelwetter, also wolkenverhangen und zeitweise Regen. Somit rein ins Ölzeug und raus ins Vergnügen. Einige Vorbereitungen sind noch zu machen, aber dann geht’s wirklich los. Pünktlich zum ermittelten Zeitfenster für die besten Strömungsverhältnisse fahren wir unter Motor aus der Marina, dann westlich bis zum Lighthouse Lismore, ehe wir uns dem Sound of Mull zuwenden. Hier schiebt uns dann die Strömung (Flut) nordwärts und beschert uns 1.5 bis 2 kn mehr an Speed. Zusätzlich schiebt uns der Wind mit 15-18 kn ordentlich an, sodass wir zeitweise mit über 9 kn SOG unserem Tagesziel Tobermory am oberen Ende des Sound of Mull entgegen fliegen. Toll – was auch der Stimmung ob des nicht gerade mediterranen Wetters gut tut. Auch gelegentliche Sichtungen von Delphinen und einem Seehund werden erfreut zur Kenntnis genommen. Im zauberhaften Tobermory legen wir wieder an einem Fingersteg längsseits an. Strom und Wasser – alles da und die Nacht kostet hier £49,00. Auch die sauberen Duschen werden ausgiebig genutzt. Abendessen an Bord, dann noch Besichtigungsrunde durch den Ort und natürlich einem Pub-Besuch und wieder geht ein gelungener Tag zu Ende.
LG Andy samt Crew 

Ja, hier gibt’s noch einen Zugriff auf den Track vom gelungenen Tag und die versprochenen feuchten Bilder in größerer Anzahl folgen gleich dazu > HIER !


Freitag 12.06.2026
Wetter volatil – Sonne & Regen

Von wegen FREItag – 34 sm standen am Programm, wie auf der Karte zu sehen ist. Aber bei flotter Fahrt kein Problem. Ganz alleine ist die YCBS-Crew auch nicht, wie eine abendliche Panorama-Runde in Mallaig zeigt. Dazu der Bericht aus Schottland:

Guten Abend liebe YCBS-ler und treue Mitsegler an den Handys oder Laptops. Heute hatten wir wieder einen tollen Segeltag. Nach Frühstück und täglichen Checks ging’s gute 34 sm von Tobermory auf Mull nach Mallaig am Schottischen Mainland. Die Überfahrt war dieses Mal fast „trocken“ – es zeigte sich sogar gelegentlich die Sonne. Nur ganz zum Schluss, beim Anlegen in Mallaig, mussten wir natürlich noch mal ordentlich geduscht werden. Ansonsten konnten wir wieder die ganze Strecke sehr gut segeln: anfangs aus dem Sound of Mull heraus Amwind, dann – nach dem Passieren des Ardnamurchan Point – wieder mit achterlichen Winden. Hier klappte es diesmal nicht mit Schmetterlingsstellung der Segel, da uns das die hier doch höheren Wellen nicht erlaubten. Aber nur mit Genua erreichten wir doch auch immer wieder bis zu 8 kn. Zu den Wetterbedingungen kann man nur sagen: normal, aber aus dem Ölzeug kommt man hier leider nicht raus. In Mallaig gab’s heute leider keinen Pub-Besuch, da es am späten Nachmittag und abends fast nur regnete und niemand Lust hatte, bei diesen Bedingungen mit dem Dinghi überzusetzen. Ihr lest es schon heraus: in Mallaig bekamen wir leider keinen Stegplatz, sondern mussten an eine Boje gehen – also Abendessen an Bord. Es wurden Frittatensuppe und gebackene Fischfilets mit Röstkartoffeln serviert. Den obligaten Schluck Whisky gab’s natürlich auch noch. „Slainte“ (ausgesprochen: Slanscha) bedeutet auf Gälisch „Prost“.

Da wünschen wir mit „Air do slàinte“ Gesundheit zurück, hoffen dass alle den Whisky gut vertragen und bedanken uns für den Tagesbericht mit dem nun folgenden Bilderlink > HIER !


Samstag 13.06.2026
Pollyanna ist ein gutes Schiff

Wenn ein Schiff „Pollyanna“ heißt, dann braucht man sich um ihre Crew hinsichtlich Stimmung an Bord keine Sorgen machen, denn der Name ist ein Synonym für Unverbesserlichen Optimismus – Sauwetter hin oder her. Das sieht auch Skipper Andy so, wenn er den Track zum Tag schickt und dazu schreibt:

Tja, der Wetterbericht verhieß auch für heute keine große Besserung. Zumindest ab Mittag sollte es etwas milder werden, und nachmittags weitgehend trocken. Also wieder rein ins Ölzeug und raus aus Mallaig. Anfangs war’s wieder sehr ruppig, aber mit dem 2. Reff im Groß konnten wir unsere „Pollyanna“ gut durch die raue See dirigieren. Generell muss ich sagen, dass wir mit unserer Yacht, eine Dufour 425, eine gute Wahl getroffen haben. Sie ist mit 2.3 Meter Kieltiefe sehr seegängig, auch die Bedienung der Segel ist gut angeordnet und durchdacht. Was uns aber am meisten gefällt, das ist die vorhandene Kuchenbude. In Verbindung mit der Webasto-Heizung haben wir es an Bord, wenn wir angelegt haben, sehr gemütlich. Aber zurück zu unserer heutigen Strecke: Nordwärts heißt, es geht in den Sound of Sleat, und bei Glenelg in den berüchtigten Kyle Rhea. Da diese Meerenge nur 2 Kabellängen breit ist, entstehen durch die Gezeiten hier bei Springzeit bis zu 9 kn Strom. Wir schafften es genau bei Stillwasser (Slack), also wenn der Strom kentert, hier zu sein und somit bei so gut wie keinem Strom durchzufahren. Danach wartete ein Highlight auf uns. Das berühmte Eilean Donan Castle ragte, auf einem Felsen gebaut, vor uns auf. Leider wollte unser Anker hier einfach nicht halten. Nach mehreren vergeblichen Versuchen verwarfen wir den Gedanken, hier eine Besichtigung zu unternehmen und machten halt nur vom Boot aus ein paar Fotos (und einen Kurzfilm dazu). Den Loch Alsh westwärts fuhren wir bis zum Fährhafen Kyle of Lochalsh, unserem heutigen Tagesziel. An einem Fingersteg legten wir längseits an und verbrachten den Rest des Tages zuerst an einer Hotelbar und nahmen hier später auch unser ganz vorzügliches Abendmahl ein. Wenn man dann gegen 22-23 Uhr aufs Schiff zurückkommt, hat man immer das Gefühl, man müsste noch irgend was machen, weil es immer noch komplett hell ist. Trotzdem gute Nacht.
PS: Für den morgigen Vatertag wünscht die Pollyanna-Crew alles Gute aus Schottland.

Und dazu gibt’s wieder ein paar Bilder > HIER > und eine extra Draufgabe für Pollyanna-Eingestellte !


Sonntag 14.06.2026
Nordwind gut bei Westfahrt

Sonnig aber dennoch kühl ist die Segelreise diesen Sonntag für unsere Schottland-Entdecker. Aber abends in der geschützten Kuchenbude – gut versorgt – sind die Finger des Pollyanna-Chefs schon wieder warm genug zum Schreiben:

Heute ist Vatertag, also hab ich mir gedacht, ich schlaf morgens ein wenig länger. Aber wie das halt so ist in Schottlands Gewässern, man macht alles davon abhängig, wann die beste Zeit für das Auslaufen ist. Das war heute passend erst um ca. 11 Uhr, also konnte ich leicht etwas gönnerhaft sein. Ein Frühstück in einem Kaffee vollendete den Genuss, genauso wie die Aussicht, dass heute die Sonne scheinen würde. Das erwärmte zumindest das Gemüt, denn nun hatten wir Wind aus Nord – und der war kälter als der Südwest der vergangenen Tage. Im Loch Alsh ging es noch relativ ruhig zu, doch kaum waren wir unter der Brücke durch, die das Mainland mit Skye verbindet, blies es wieder ordentlich. Um in den Sound of Raasay zu kommen, waren 2 Wenden im südlichen Inner Sound nötig. Dennoch gefiel uns das heute deutlich besser als die letzten Tage, wo man die traumhafte schottische Landschaft nur wenig zu sehen bekam. Im südlichen Teil des Sound of Raasay gibt es eine Meerenge – „Raasay Narrows“ genannt, die konnten wir kaum mit Wenden passieren, also bargen wir die Segel und fuhren unter Motor die restlichen 7 sm unserem heutigen Tagesziel entgegen. In Portree angekommen, mussten wir wieder an eine Boje gehen. Die Kuchenbude war schnell installiert und wirkte bei Sonnenschein wie ein Wintergarten, und so hatten wir einen netten Nachmittag an Bord. Abends wurde wieder gekocht und so ging bei ein paar schottischen Bieren auch der 5. Törntag gut zu Ende. 

Dazu folgt, vom Skipper bewacht, die heutige Streckenübersicht und auch ein paar Tagesbilder gibts wieder > HIER !


Montag 15.06.2026
Ungeplanter Trip auf Skye

Manchmal kommt es anders – zweitens als man denkt. Gerne kannst du dir die Montagsreisen aufrufen und dir die Gründe dafür im nachfolgenden Skipper-Text erlesen. Aber Pollyanna-positiv ist die Crew schon wieder komplett – das Brückenbild beweist es:

Gestern war Vatertag und offenbar hab ich den mit zu vielen Bieren gefeiert, den gegen 23 Uhr ereilten mich plötzlich auftretende Schmerzen im rechten Sprunggelenk. Schande – Gichtschub war mein erster Gedanke, aber sicher ist man sich dabei nie, wenn man vor Schmerzen kaum mehr auftreten kann. Vielleicht hab ich ja doch beim herumturnen am Schiff eine falsche Bewegung gemacht. An Schlaf war trotz Schmerztablette die ganze Nacht nicht zu denken und man fragt sich, wie geht’s jetzt weiter? Am Morgen informierte ich total gerädert die Crew und wir machten uns aus, dass ich mit Konny ins kleine Hospital in Portree schauen werde und die anderen sich in der Zwischenzeit den netten kleinen Ort ansehen sollten. Im Hospital meinte der Arzt, dass es wahrscheinlich – wie angenommen – ein Gichtschub sein könnte, aber um sicher zu sein, sollte ich ein Röntgen im ca. 30 Meilen entfernten Broadford Hospital machen lassen, also mit dem Taxi ins Krankenhaus. Bei der Fahrt bekamen Konny und ich einen guten Eindruck von der landschaftlichen Schönheit Skye’s. Hier einen Wanderurlaub zu machen würde sich unbedingt einmal empfehlen. Im Hospital Broadford stellte sich heraus, dass es keine Verletzung gab und ich halt die gewohnten Gichtschub-Gegenmaßnahmen machen sollte – heißt eine Zeit lang Schmerztabletten, richtige Ernährung und leider auch keinen Alkohol. Das tut hier zusätzlich weh – Whisky und so. Wir machten uns während der Rückfahrt mit dem Bus (deutlich billiger) aus, das die Crew die Yacht fertigmachen solle, damit wir dann spätestens gegen 14:00 auslaufen könnten. Das machten wir dann auch so, obwohl die Strömungsverhältnisse nun nicht mehr ganz optimal waren. Den Sound of Raasay hinaus hatten wir doch knapp 1 kn Gegenstrom, den restlichen Weg bis Gairloch war es dann mit max. 0.4 kn nicht mehr so arg. Ich glaube, ich brauche euch nicht erklären, was es bedeutet, mit Amwind aufzukreuzen und dabei noch zusätzlich Gegenstrom zu haben. Man segelt, einfach gesagt, hin und her und hat nur wenig Zielannäherung. Also sind wir trotz guter Segelbedingungen nur mit dem Groß als Stützsegel zu unserem Tagesziel Gairloch geschippert. Wenigstens hatten wir heute weitgehend einen schönen Sonnentag. Gegen 16:00 machte sich bei mir dann doch der Schlafmangel bemerkbar und ich machte ein kleines Nickerchen. Mein Co-Skipper Manfred dirigierte das Schiff in der Zwischenzeit. In Gairloch kamen wir gegen 18:30 an und ergatterten tatsächlich einen Platz am Fischerkai. Nur 60 Meter werden hier für Gastliegeplätze freigehalten. Mehr als 3-4 Yachten haben hier also längsseits nicht Platz. Aber super für uns, denn wir hatten endlich wieder Landstrom und der Haarfön lief auf Hochtouren. Abendessen im nahegelegenen kleinen Hotel “Old Inn“, das ich schon von einer früheren Schottlandreise her kannte. Ausgezeichnet – und ein Bier ging sich trotzdem auch für mich aus.  

Ein paar Impressionen hat auch der Montag abgeworfen > HIER !

PS1: Bei einer späteren Meldung zeigte sich der Skipper schon wieder zuversichtlich: Mir geht’s nun übrigens schon wieder ganz gut.
PS2: WhatsApp hat mich betreffend Fahrt auf Skye zu einer Frage an Meta AI angeregt – hier ist dazu die Antwort !


Di.16.u.Mi.17.06.2026
Hinaus zu den Hebriden

Diesmal umfasst der Bericht zwei Tage. Da es jeweils lange Schläge sind, hat es sich der Skipper am Steuerstand gemütlich gemacht. Wenn du ins Bild klickst, dann bewegt er sich sogar, aber die Worte sind nicht sehr verständlich. Besser ist die Zusatz-Sequenz mit dem Hinweis auf die Sonnenbrand-Gefahr in Schottischen Gewässer. Für den guten Überblick eignen sich die beiden gelieferten Aufzeichnungen – Track 16.6. plus Track 17.6. – und der Textbeitrag klärt alles auf:

Diese zwei Etappen hatten es in sich. Zuerst von Gairloch 49 sm nach Dunvegan und dann 44 sm zu den äußeren Hebriden nach Lochboisdale auf South Uist. Wir hatten zwar bis jetzt auch schon relativ intensive Schläge gehabt, aber diese waren in relativ geschützten Bereichen zwischen den Inseln. Die jetzigen zwei waren schon eine echte Herausforderung, da sie auf offenerem Wasser verliefen und damit die Bedingungen noch rauer waren. Zusätzlich zur Länge der Strecke waren sie auch noch etwas gefinkelter zu berechnen – zu welcher Zeit man am besten losfährt. Ich muss aber zugeben, dass ich hab mich schon Zuhause sehr gut darauf vorbereitet und einige Varianten vom Zeitablauf her durchgespielt habe.
Doch jetzt zu den Etappen:
Von Gairloch über den Nördlichen Inner Sound bis zum Rhuba Hunish (nördlichster Punkt von Skye) war es überraschenderweise eine gemütliche Motorfahrt. Es gab tatsächlich mal keinen Wind, und auch kein Regen – sensationell. Doch gleich nach passieren dieser Landspitze ging’s in den Little Minch, dem Meeresarm, der die inneren von den äußeren Hebriden trennt. Hier fing es wieder ordentlich an zu blasen. Ein Amwind-Anlieger brachte uns mit dem Rekordwert von 10,2 kn SOG bis zur 6 sm langen Einfahrt nach Dunvegan. Gute 2 kn trug dazu der mitlaufende Ebbstrom bei. In Dunvegan gingen wir an eine Boje und bauten unsere Kuchenbude auf, und prompt regnete es wieder fast die ganze Nacht. Also an Bord gekocht, gegessen, und uns die Zeit mit Privatem vertrieben.
Gestern haben wir zuerst mal in Dunvegan unsere Vorräte aufgestockt. Dafür, dass dieser Ort zu den Hauptorten von Skye gehört, gibt er aber nicht viel her. Nur die Burg wäre eventuell eine Besichtigung wert gewesen. Die Zeit dazu fehlte uns jedoch und wir legten – den Gesetzen der Gezeiten nach – wieder strömungsgünstig ab. Den langen Fjord hinaus zog der Ebbstrom mit und auch in der Hebriden See half der SW-wärtsgehende Strom mit, wenigstens ein bisschen mehr Höhe am Wind zu bekommen, den es blies ein ordentlicher Südwind. Gelegentliche Sonnendurchbrüche veranlassten Manfred zum Sager des Tages: „Muaß i jetzt wirklich nu a Sonnencreme auftragn!“. Spaß beiseite, man freut sich hier wirklich über jeden kurzen Sonnenstrahl. Mit gut getrimmten Segeln war diese Überfahrt aber wirklich mal das reinste Vergnügen. In der Nähe der Küste frischte der Wind noch mal ordentlich auf über 30kn auf, was mich dazu veranlasst hat, zuerst noch ein zusätzliches Reff einzubinden und dann mit der Aussicht, dass wir nach Süden bei diesen Bedingungen noch 15 sm aufkreuzen müssten, in eine Ankerbucht einzufahren. Dort war es aber auch nicht angenehm, weshalb wir unter Motor doch noch nach Lochboisdale schipperten. Dort war eine relativ neue Hafenanlage errichtet worden, bei der auch an genügend Gastliegeplätze und Sanitäranlagen gedacht worden war. Herrlich – vor allem unsere Damen waren entzückt und nutzten die Anlagen ausgiebig. Abendessen im einzigen Hotel hier.
Für morgen – Do. 18.06.2026 – hab ich mich für einen Hafentag zum Kräftesammeln entschieden. Bericht folgt.  

Eine Zweitage-Bilderserie gibt es dazu auch > HIER !


Donnerstag 18.06.2026
Ein Hafentag auf South Uist

Ganz draußen auf den Hebriden lauern gefährliche  Hunde im Küstensand, aber die Pollyanna-Crew wird zum Glück nicht gebissen. Eine Karte zeigt, wo besonders Vorsicht angeraten ist. Wie aus einem verregneten Hafentag doch noch ein eindrucksvoller Strandbesuch wird, das schildert der unerschrockene Skipper in seinem Tagesbericht:

Wie angekündigt war heute ein Hafentag. Bis ca. 15:00 schüttete es wie aus Kübeln und wir verbrachten die Zeit bis dahin mit langem Schlafen, spätem Frühstück, Logbuchführung, Crewkassazwischenstand ermitteln und anderen Dingen. Ab Mittag berieten wir, was wir dann von Lochboisdale aus ansehen möchten. Die Idee wurde geboren, sich mit einem Taxi nach Eriskay bringen zu lassen und dort an einem der schönen Strände, für die die Hebriden berühmt sind, spazieren zu gehen und danach ein Pub zu besuchen und dort auch später zu Abend zu essen. Dies zu organisieren erwies sich aber als nicht so einfach, doch mit Hilfe des sehr hilfsbereiten Hafenmeisters schafften wir es doch noch ein Taxi zu ergattern und ein Pub zu finden, das am Abend auch Platz für uns hatte. Nur war es halt dann nicht in Eriskay, sondern ganz im Süden von South Uist. Macht nichts, Hauptsache wir hatten etwas. Der Strand war dann sehr schön und auch das Lokal konnte uns mit schottischen Köstlichkeiten versorgen. Spät am Abend gab es um 22:20 noch einen spektakulären Sundowner.  

Dazu gibt’s wiederum zahlreiche Bilder – vom hundsgefährlichen Hebriden-Strand und anderen Motiven > HIER !


Freitag 19.06.2026
Ein Ziffernsturz zur Fußball-WM

Während die wackeren österreichischen Segler im kühlen Nordwesten Europas ihre Entdeckungsfahrten absolvieren, da sind viele Einheimische in den USA eingefallen und machen mit lautem Gedudel Stimmung für das bevorstehende WM-Spiel ihrer Nationalmannschaft. Ein Hinweis dazu geht nach Schottland:

Hallo Pollyanna’s!
Nicht vergessen: Heute ist Schottland wieder bei der Fußball-WM im Einsatz – gegen Marokko in Boston. Da könnt ihr euch warm schreien – 23 Uhr BST.
Bei uns ist es auch ohne Fußballfieber heiß genug – gut über 30 Grad. Könnten euch ein paar Celsiusse abgeben.
Schönes Weitersegeln und danke für die laufenden Berichte.

BG Toni

Die Antwort des Skippers lässt nicht lange auf sich warten:

Hallo Toni, machen heute nur einen kurzen Schlag nach Castlebay auf Barra. Ich glaub aber nicht, dass wir das schottische WM-Spiel „erleben“ werden, denn morgen müssen wir zeitig weg, da haben wir wieder einen langen Schlag – 45 sm nach Coll – am Programm. Das Wetter gibt sich momentan auch bei uns erträglich. Klaus Schäfer ist mit Manfred immer in Verbindung und er schrieb uns von 31° bei euch. Da mussten wir ihn schon fragen, ob er einen Ziffernsturz hat, denn bei uns sind es meistens so um die 13°, aber es geht uns gut. LG Andy.  

Anmerkung:
Leider gibt es nicht nur einen Ziffernsturz bei den Temperaturen. Auch die schottische WM-Mannschaft musste nun einen solchen hinnehmen. Nach 1:0 gehen Haiti am 13. Juni folgte nun ein 0:1 gegen Marokko. Hoffentlich wird es nicht eng für die Dudelsackspieler – oder im Segler-Jargon ausgedrückt: Schotten dicht!

Später kommt dann noch ein ausführlicherer Bericht mit Karte zum Tag:

Heute ging’s bei Sonnenschein, aber dafür einmal bei wenig Wind, von Lochboisdale auf South Uist südwärts nach Castlebay auf Barra. Die Fahrt unter Motor wäre recht entspannt gewesen, wenn nicht plötzlich Gabriele gerufen hätte: „Wir haben Wasser am Salonboden!“ – also Bilgepumpe ein und Wassertest – Gott sei Dank Süßwasser. Doch woher? Der Fehler wurde am Warmwasseranschluss im Bug-WC gefunden, welcher dann rasch behoben werden konnte. Nach Trockenlegung der Bilgenkammern haben wir erst mal ein Beruhigungsbier gebraucht. In der Zwischenzeit kam auch unser Tagesziel immer näher und da wir gut in der Zeit waren, steuerten wir zuerst noch die Vatersay Bay an, wo wir eine Kaffeepause einlegten. Der Strand hier ist der Wahnsinn. Wenn so etwas irgendwo in der Adria wäre, dann gäbe es hier 100 Hotels und einen Sonnenschirm nach dem andern. Hier waren einzig ein paar einsame Wanderer zu sehen und 2 weitere Segelyachten noch außer uns vor Anker – sh. Video dazu. Nach kurzer Zeit hieß es wieder Anker hoch, denn wir wollten auch Castlebay noch besichtigen. Hier gab es wieder eine ordentliche Anlegemöglichkeit an einem Fingersteg. Das ist hier die normale Stegform für Yachten. Schnell alles gesichert, umgezogen und ab ging’s in die kleine Hafenstadt, wobei die Bezeichnung Stadt eigentlich übertrieben ist, denn viel gibt es hier auch nicht zu sehen, aber immerhin 2 Kirchen (eine allerdings baufällig), 2 Hotels mit Restaurants und Pubs, ein paar kleinere Imbissbuden und das Wichtigste, einen ordentlichen Supermarkt. Klingt nach nicht viel, ist aber trotzdem sehr reizvoll. Da es schon dem Abend entgegenging, genossen wir, vor einem etwas erhöhtem Pub sitzend, die Aussicht über das Hafenbecken und ein Bier im Freien. Später wechselten wir dann ins Hotelrestaurant. Drei von uns trauten sich über die Spezialität des Tages drüber: Rochenflügel – schmeckt wie Steinbutt und hat auch die selbe Konsistenz. Er schmeckte köstlich. Der Ausklang war dann im Pub, wo wir das 1:0 für Marokko noch miterlebten – als Stimmungskiller, es wurde mäuschenstill im Lokal. Wir beschlossen daher, uns besser aufs Schiff zu verziehen. Für die morgige Überfahrt nach Coll (45 sm) sollten wir eh besser ausgeruht sein.

Und Bilder werden auch mitgeliefert > HIER !


Samstag 20.06.2026
Der Kurs wird rückdrehend

Was macht der YCBS-Clubsekretär? Manfred steuert pfeilgerade in flotter Fahrt über die eben recht blaue Hebridensee. Ob es ihm gefällt? Klick dem Steuermann ins Bild und du wirst es erfahren. Was Skipper Andy zu ergänzen hat, das zeigt dir der Track und das darfst du erlesen:

Heute geht’s wieder quer über die “Sea of Hebrides“ von Barra nach Arinagour auf Coll – ca. 40 sm offenes Wasser und es sind 15-20 kn Wind aus SW angesagt, dazu heiteres Wetter. Der Kurs ist 135°, das heißt Halbwind – ein Traum für jeden Segler. Doch bevor es losgeht, wird an Bord gefrühstückt, das Schiff klariert und, ach ja, der Hafenmeister muss noch konsultiert werden – zwecks zahlen der Hafengebühren und einige wollen natürlich noch duschen. Auch dafür brauchen wir den Hafenmeister, denn von dem bekommt man die Jetons für das Duschen-Zählwerk.
Um 07:00 Uhr sollte das laut Anschlagtafel am Office möglich sein.
Doch wer nicht kam ist der Harbourmaster. Erst um 09:30 Uhr bequemte er sich aufzutauchen. „Ok, it’s Barra Time“. Geduscht wurde nicht mehr. Nur schnell los, das Zeitfenster für die besten Bedingungen zur Überfahrt wurde schon wieder knapp. Doch Neptun meinte es gut und mit Rauschefahrt ging’s bei durchschnittlich 7 kn Speed hinüber nach Coll. Die Wellenhöhe betrug trotz gutem Wetter an die 2 Meter, aber langegezogen, so dass man diese gut aussteuern konnte. Zwischen den Inseln Coll und Tiree besteht eine schmale Durchfahrt, in der wieder starke Strömungen sein können. Durch die flotte Fahrt konnten wir den Zeitverlust gut wettmachen und erreichten die Enge etwa zur Slack Tide. Danach ging’s noch etwa 7 sm bis zum heutigen Tagesziel Arinagour mittig auf der Südostseite von Coll. Dort gingen wir wieder mal an eine Boje, bauten unser Wohnzimmerzelt (Kuchenbude) auf und genossen die späte Nachmittagssonne bei ein paar Drinks und dem Chili con Carne, dass unsere Damen herbeizauberten. Als Nachspeise gab’s noch Kaiserschmarrn, und so ging’s in den Abend über, wo noch die erste Halbzeit Deutschland gegen Elfenbeinküste bei der Fußball-WM geschaut wurde. Die zweite verschliefen wir bereits.   

Ein paar Bilder gibs auch wieder als Nachweis > HIER !


Sonntag 21.06.2026
Kurze Hosen zum Sonnentag

Schottland kanns! Nicht nur bei uns im Yachtclubland geht es heiß her – 35 Grad im Schatten. Auch im Land der Kiltträger wird aufgeheizt – erst mit sonntäglichem Sonnenschein und später in der Outdoor-Sauna im versteckten Lochaline, welches du auf der Track-Karte ausfindig machen kannst. Gut erwärmt und danach abgeschreckt schreibt dazu der Skipper:

Heute gibt’s in der Früh gleich wieder einmal eine Situation Marke: „Die spinnen ja, die Briten!“ Zum Bezahlen der Bojengebühr mussten wir zuerst einmal eine Zeit lang im Internet recherchieren, wie und wo wir das machen könnten. Wir fanden ein paar vage Andeutungen, dass es am Fährterminal zu erledigen wäre. Also Außenborder montiert und rüber zum Fähranleger. Dort war eine fix montierte Stiege, die durch Gezeitenwechsel komplett mit Muscheln und Seegras überwuchert war und zudem vom Rost her nicht mehr sehr vertrauenerweckend wirkte. Mangels anderer Alternativen benutzten wir diese mit entsprechender Vorsicht. Oben erwartete uns ein Mitarbeiter der Fährgesellschaft – und wir erwarteten, zusammengeputzt zu werden. Doch nein, aufs freundlichste fragte dieser uns, was unser Begehren wäre und wies uns dann den Weg ins Office. Dort trauten wir unseren Ohren nicht, wie der Bezahlvorgang ablaufen sollte. Also – der Angestellte rief sich selber am Handy an, dann konnten wir per Zifferntasten die Kreditkartendaten eingeben – getrennt jeweils durch Raute – und zum Schluss den Betrag. Das war’s! Aber auf sowas musst du erst mal kommen. Wie gesagt, schon Asterix verleitete die komplizierte Vorgangsweiße der Briten zu oben genanntem Spruch.
Die Fahrt von Coll verlief dann sehr entspannt. Es scheint tatsächlich der Sommer auch in Schottland vorbeizuschauen. Ganz gemütlich segelten wir der oberen Einfahrt des Sound of Mull entgegen. Spätestens hier durften die Shorts ausgepackt werden. Gelegentliche Kreuzschläge wurden durch Motorpartien unterbrochen. Gegen 16 Uhr legten wir in Lochaline an und begaben uns gleich einmal an die Freiluft-Hafenbar und orderten ein paar kühle Biere. Der Höhepunkt: Hier gab es eine Sauna, die wir natürlich nutzten. Derart aufgewärmt schafften wir sogar noch einen Badegang im 12° C kalten Meer. Am Abend wollte niemand mehr kochen, also bestellte uns der Hafenmeister in einer Pizzeria in Lochaline 3 Stück. Zum Abholen lieh er mir sogar seinen Wagen. Das nenn ich Service – und ich machte Bekanntschaft mit einem rechtsbedienten englischen Pkw.
   

Wie Saunieren auf schottisch geht und wie man sich danach abkühlt, das kannst du zackig in einszweidreivier Videosequenzen erwärmend abrufen und ein paar sonnige Bilder vom Tag gibs oben drauf > HIER !


Mo.22.-Mi.24.06.2026
Gut zurück mit der Pollyanna

Ein tief durchatmender Skipper ist erleichtert, nachdem die Yacht wieder unbeschadet in der Ausgangsbasis in Dunstaffnage eingeparkt ist. Für die drei letzten Tage und als Resümee fasst Andreas Goldgruber wie folgt zusammen:

Hallo, liebe Leser meiner Törnberichte aus Schottlands Gewässern!
Heute melde ich mich das letzte Mal mit einer Zusammenfassung der letzten drei Tage.

Mo. 22.06.2026
Von Lochaline ging’s erst um 12:30 Uhr wegen Abwarten der besten Gezeitenbedingungen nur mehr 15 sm Richtung Oban – sh. Track. Dort legten wir im relativ neuen Stadtpier Nord an. Sightseeing, Einkaufen und eine Wanderung auf den McCaig Tower waren nach einem ersten Fish&Chips-Lunch angesagt. Vom McCaig Tower, der nicht etwa antik aus der Römerzeit ist, sondern von einem sehr reichen Engländer errichtet worden ist, hat man einen wunderbaren Rundblick über die Stadt und die umliegende Inselwelt. Nach Rückkehr ließen wir uns natürlich in einem Pub nieder und erlebten die „blöde“ Niederlage unserer Fußballer gegen Argentinien live am großen Pub-TV. Danach mussten wir uns noch ein wenig ablenken, indem wir uns in einem andern Pub eine Veranstaltung schottischer Tänze mit Dudelsack-Melodien ansahen bzw. anhörten. Natürlich mussten auch wir ein Tänzchen wagen.

Di. 23.06.2026
Die letzten 5 sm von Oban zur Dunstaffnage-Marina standen an. Vorher gab’s noch ein Frühstück in einem Coffee in Oban und ein paar individuelle Einkaufstouren. Gegen Mittag legten wir ab und ließen uns gemütlich mit achterlichem Wind nur mit der Genua zu unserer Stützpunktmarina zurücktreiben – am Track zu sehen. Das Anlegen am Tankstellenpier erwies sich dann als Geduldprobe, trotz mehrfachem Anruf ließ sich der Tankwart über 1 1/2 Std. nicht blicken. Wir nutzten die Zeit, um das Schiff zu reinigen und schon teilweise zu packen. Dann ging’s nur mehr zum fixen Liegeplatz der Pollyanna. Das Anlegen hier erwies sich aber als gar nicht so einfach. Sicherlich 2 kn Strom querab und Wind aus der gleichen Richtung forderte unser Können noch mal ordentlich heraus. Doch schlussendlich war auch das geschafft und ich konnte endlich durchschnaufen und dankend ein Stoßgebet Richtung Herrgott richten. Alles ist gut gegangen und es hat sich niemand verletzt, sieht man von einem ramponierten Designerfingernagel Gabrieles ab, der jedoch in Oban in einem Nagelstudio fachgerecht wieder aufgebaut werden konnte. Abends ging’s noch mal per Bus Richtung Oban zum Captain’s Dinner in ein sehr gutes Lokal, wobei ich mich noch mal herzlich bei allen bedankte, dass sie mich bei meinem Abenteuer begleitet und sehr gut unterstützt haben.

Mi. 24.06.2026
06:00 Uhr Tagwache und letztes Aufräumen und Putzen. Die Rückgabe erfolgte genauso entspannt wie am Anfang – es gab ja auch nichts zu bemängeln – und meine Mängelliste wurde sogar sehr gut aufgenommen, weil sie es dem Stützpunkt ermöglicht, gezielt das Schiff wieder für die nächste Crew vorzubereiten. Letzte offene Zahlungen erledigt und die Heimreise mit Bustransfer nach Edinburgh und Lufthansaflug nach München.

Fazit:
Wenn mich wer fragt, ob ich es wieder machen würde, würde ich jetzt mehr denn je und ohne zu zögern Ja sagen. Es ist anders als im Mittelmeer, wo man im Sommer aus der Badeshort nicht herauskommt. Hier muss man an 2 von 3 Tagen mit dem Ölzeug rechnen. Aber daran gewöhnt man sich sehr schnell und auch das Tragen einer Schwimmweste ist Pflicht. Die landschaftliche Schönheit, die frische Luft, die freundlichen Schotten, die immer Zeit haben für ein kleines Gespräch, alles läuft hier gemütlich und ohne Eile ab. Wer Angst hat vor der Navigation und den Gezeiten, dem kann ich nur sagen, natürlich sollte man mit Gezeitentafeln, Strömungskarten und Almanachen umgehen können, aber in der täglichen Anwendung bietet Navionics einem auf einfache Weise alle Hilfestellung die man braucht. Möglicherweise bietet auch die KI in Zukunft einfache Lösungen an. Manfred hat dazu einen Versuch gemacht und die Ergebnisse waren meistens identisch mit meinen „normalen“ Berechnungen.
Wer also schon mal mit den Gedanken gespielt hat hier zu segeln, dem sei gesagt: Trau dich, und mach es.
Abschließend möchte ich mich beim YCBS und hier speziell bei Toni Herzog bedanken, dass ich meine Erlebnisse hier präsentieren durfte. Bei Gelegenheit werde ich mich mit einer Flasche „Wasser des Lebens – genannt Whiskey“ – dafür bedanken.
   

Auch für die letzten Tage haben die Kameras noch eine bunte Bildermischung eingefangen – hol sie dir > HIER !


Donnerstag 25.06.2026
Herzlichen Dank den Pollyanna’s

Ein nicht alltäglicher und für Skipper und Crew auch recht fordernder Törn in Schottlands Westen ist gut beendet worden. Das Ölzeug dürfte in Kürze trocken sein und die Frostbeulen sind dank Outdoor-Sauna alle wieder verschwunden. Die sechs Protagonisten der spannenden Reise haben inzwischen heimatlich festen Boden erreicht und eine Highlander-Mütze voll Schlaf nachgeholt.

Seitens des YCBS geht ein besonderer Dank an Skipper Andy Goldgruber für seine ausdauernde und interessante Berichterstattung, aber auch eine herzliche Gratulation für die aufwändige Organisation und sichere Durchführung dieser Segelreise. Nicht vergessen soll auch die ganze Crew sein – alle haben sich wacker geschlagen, gut durchgehalten und ihre fröhlichen Gesichter für die zahlreichen bereitgestellten Aufnahmen gratis zur Verfügung gestellt. Auch im Namen der Homepage-Surfer: Allen Pollyanna’s einen herzlichen Dank für die virtuelle Teilhabe und Mitfahrt bei eurem Törn.

Was abschließend von Ante-Seite noch zu sagen wäre: Es hat mich gefreut, dass bei eurem Schiff alle Schotten dicht geblieben sind, dass andererseits ihr aber nie ganz schottendicht gewesen seid, dass ihr trotz häufigem Sauwetter in der Lage ward, auch bei kräftigem Amwind die Schoten dicht zu nehmen, und dass ich so frei sein konnte, die Meldungen aus dem gar nicht so milden Nordwesten mit manchmal etwas frecher Würze versehen zu dürfen – 3 x mit Dudel und 3 x mit Sack – Applaus für diese tolle Crew !!!  Ja und vorauseilend – danke für den versprochenen Whisky!

Zum Abschluss eine Bitte:
Der Törnverlauf wäre gut geeignet für einen spannenden Clubabend-Vortrag – lässt sich da von eurer Seite einmal was machen?


Eingewebt im Juni 2026 by Ante !