Schon im vorigen Jahr sollte es im Sommer wieder einmal nach Griechenland gehen, aber dann stornierte uns Corona beizeiten den Törn. Die geleistete Anzahlung ging dank Trend Travel & Yachting und Sail Aegean Europe nicht verloren. Zu Beginn 2021 hofften wir mit Bangen auf Reiselockerungen und sicherten uns wieder die Sun Odyssey 440 für den 3. bis 10. Juli ab Volos am Pagasäischen Golf.

Inzidenzen steigen und fallen, Gesundheitsminister gehen und kommen, Impfungen werden angenommen oder abgelehnt, testen wird zur Alltagsbeschäftigung, Beschränkungen lockern sich zum Glück allmählich. Mit Anfang Juli gibt es noch einmal einen Schub hin zu mehr Reisefreiheit, aber klarerweise mit entsprechenden Auflagen.

Fünf Steirermänner haben mich, so ungefähr im 2-Jahres-Rythmus, wiederum eingeladen, für sie den Skipper zu spielen. Flüge nach Volos gibt es ab München zur passenden Zeit. Jetzt müssen wir noch die Auflagen zur Anreise erfüllen: betreff Covid-19 ist 3G Voraussetzung (geimpft, genesen oder getestet). Dafür brauchen wir die entsprechenden Bestätigungen mit QR-Code. Zudem verlangen die Griechen vorab ein online Ausfüllen der PLF (Passenger Locator Form). Diese bewirkt dann gegen Null Uhr des Einreisetages die Übermittlung der griechischen Einreiseerlaubnis. Masken für die Flüge sind, ich schreib mal natürlich, auch Pflicht.

Wir schaffen gut vermummt alle Widrigkeiten und sind froh, als wir samstags gegen 10 Uhr, nach Flug und Taxi-Transfer endlich maskenfrei griechische Luft atmen können. Nach Anmeldung beim Stützpunkt Sail Aegean Europe in der Marina Volos (was eigentlich Hafenmole bedeutet, da jede übliche Infrastruktur einer Sportbootbasis fehlt) wird uns die gecharterte Yacht für 13 Uhr (laut Vertrag erst ab 18:00) zur Übernahme in Aussicht gestellt. Die Zeit bis dahin nützen wir für eine erste Stärkung in hellenischen Gefilden.

Um 13 Uhr, es hat gute 30° – im Schatten, brennt die ägäische Sonne unbarmherzig auf die am Kai gereihten Yachten und heizt ihre Bäuche brütend auf. Unserem Mann von Sail Aegean ist das wohl nicht zu viel, er trägt Maske und erwartet dies auch von uns – es wird meine bisher heißeste Schiffsübernahme ever. Alles was kleben kann, das klebt auf der Haut, aber um 15:15 ist auch der inzwischen erledigte Versorgungseinkauf verstaut, Eis im Cockpittischfach eingefüllt, nun lassen wir sie frei, unsere ERATO – die LIEBLICHE auf deutsch. Sie ist eine der neun Musen der griechischen Mythologie und die unsere für 1 Woche. Göttervater Zeus wird wohl auf seine Tochter aufpassen – da braucht sich der Skipper keine großen Sorgen machen!

Was ist geplant für unser Liebchen mit dem breiten Hinterteil? Wir wollen zum Südausgang des Pagasäischen Golfes und dann hinaus zu den Inseln der Nördlichen Sporaden. Zwar ist ein Plan vorbereitet, aber der ist nicht so starr und wird auch gleich wegen der frühen Yachtübernahme flexibilisiert. Was am Ende der Woche als IST herauskommt, das zeigt die folgende Übersicht:

Die 142 Seemeilen Fahrstrecke werden vorwiegend unter Motor absolviert. Die Winde sind spärlich, aber sie reichen immerhin zum Testen der Segel und für ein paar Wenden. Die Pausen dazwischen gehören vorwiegend und ausgiebig den Badebuchten mit traumhaft warmem Wasser bzw. abends den angesteuerten Orten – den kleinen Fischerdörfern oder den schmucken Inselstädten. Woran keiner von uns gedacht hatte, was in keinem Plan stand, worauf wir gerne verzichtet hätten, das kam uns an der Südwestseite der Insel Skopelos in die Quere: Nesselquallen in enormer Zahl. Da half nur die Flucht auf die diesmal auch windstille Nordostseite. Dem Mamma-Mia-Felsen statteten wir gleich zwei Besuche ab, einmal per Mietauto bzw. Motorroller und am Tag darauf auch mit der Yacht. So erklärt sich auch der Titel des Berichts.

Anhand einiger ausgewählter Bilder lassen wir den Törn nun für dich grob durchlaufen:

Fünf Steirermänner, manche nennen sie Eichen, andere Kernöl-Burschen – gut maskiert für den Flug von München nach Volos – der Urlaub kann beginnen.

Die Anreise ist geglückt, alle Corona-Hürden genommen, jetzt wartet die Sun Odyssey 440 „ERATO“ im Hafen von Volos auf uns.

Nach schneller Flucht aus dem überhitzten Volos haben wir den Pagasäischen Golf erobert und bleiben über Nacht im Dorf Agios Ioanis auf Palio Trikeri.

Hier steht erstmals den Steirer-Männern das Wasser bis zum Hals, aber sie nehmen es recht locker und genießen die ersehnte angenehme Abkühlung.

Nach dem Wassertest folgt die Überprüfung der Restaurant-Qualitäten: Die Red Snappers schmecken vorzüglich in der Front-Taverne von Agios Ioanis.

Weil nun doch schon Sonntag ist, deshalb wollen wir uns in stiller Andacht an der Ausfahrt aus dem Golf von Volos erfreuen – Segeltest als kurzes Vergnügen.

Nun sind wir schon draußen an Skiathos und der Anker rasselte in die Fluten der Bucht Koukounaries. Dem Skipper ist das einen Mythos-Test wert.

Bei meinem Erstbesuch in 2014 und zuletzt in 2017 zeigte sich dieser Buchtenabschnitt noch jungfräulich naturbelassen, jetzt tummeln sich hier Touristen.

Für den Abend und die Nächtigung steuern wir die quirlige Stadt Skiathos an und finden am Schwimmsteg zum Glück noch eine Parklücke.

Wir durchwandern den Hotspot der Nördlichen Sporaden, lassen uns ein Abendessen schmecken und die nächtliche Stadt Skiathos auf uns wirken.

Am Montag Vormittag geht es weiter, zuvor aber wird nachgebunkert und auch der geschmolzene Eisvorrat randvoll nachgefüllt.

Wir steuern zur Insel Skopelos bei etwas Bewölkung. Das bringt der Haut eine kurze Erholung und die Augen freuen über das gedämpfte Licht.

Ein eher seltenes Erlebnis: ein Wasserschildkröte lässt sich blicken. Zuvor zeigten sich schon Delphine und auch Fliegende Fische zischten vorbei.

Hoffnungsfroh den nächsten Badetag erwartend erreichen wir die Südwestküste der Insel Skopelos und biegen in die baumgrüne Bucht Panormos ein.

Kaum ist der Anker gefallen, da entdecken wir sie: Quallen, Quallen, Quallen – diese nesselnde Art ist gar nicht angenehm auf der Haut.

Wir flüchten und versuchen es in weiteren Buchten, aber die ganze Südwestküste ist Quallen-verseucht. Schließlich steuern wir den Hafen Loutraki an.

Als Alternativprogramm leihen wir uns ein Auto und zwei Motorroller aus, rattern damit zum Bergdorf Glossa und dann weiter zum Mamma-Mia-Felsen.

Ganz allein sind wir beim berühmten Ausflugsziel dann ja nicht, jedoch sind fast alle Leute in der Badebucht und nicht beim Felsenklettern.

Nun ist ein schweißtreibender Anstieg mit reichlich Stufen unumgänglich, aber dann sind wir oben bei der Kapelle. Oh Mamma Mia – welch ein Crewbild!

Nach dem Abstieg belohnen wir uns am nahen Badebuchtenplatz mit einer Schwimmkühlung äußerlich und am Kiosk mit kalten Getränken.

Nach dem Besuch des Bergdorfes Glossa mit Abendausklang verlassen wir am Dienstag Loutraki und steuern die ERATO um Skopelos-Nord herum.

Nach kurzer Segelfahrt parken wir diesmal von der Meerseite beim Mamma-Mia-Felsen mit Ag. Ioannis sto Kastri ein und relaxen ein paar Stunden.

Am späteren Nachmittag transferieren wir uns in den Hafen der Stadt Skopelos und erkunden in einer ersten Wanderung das lebhafte Inselzentrum.

Falls du einmal einen besonderen Ort zum Feiern suchst: Skopelos hoch oben kann ich dir wärmstens empfehlen – Aussicht gratis eingeschlossen!

Nach Stadtabend mit Fußball-EM-Semifinale brauchen wir wieder etwas Ausfahrt und eine schöne Bucht – diesmal Staphylos im quallenfreien Südosten.

Nun wird es Zeit an die Rückfahrt zu denken und wir machen einen südlichen Inselhüpfer von Skopelos nach Skiathos mit letztem Badestopp für den Tag.

Am späteren Nachmittag verlassen wird die Sporadeninsel endgültig und werfen unseren Anker vor dem Fischerdorf Platania im Süden der Pilion-Halbinsel.

Platanen gibt es neben viel interessanter Vegetation in Platania klarerweise auch, aber weil sie gerade so schön blüht, hier eine Akazie fürs Bild.

Nach einem Abend mit dem 2. Fußball-EM-Semifinale im TV verlassen wir Platania und steuern zum Golf von Volos zurück – mit Butterfly in der Düsenenge.

Nach Palio Trikeri folgt ein wenig Kreuz und dann im Südosten des Pagasäischen Golfes die letzte und zugleich schönste Bucht des Törns: Osmos Zasteni.

In herrlicher Umgebung bei reichlich Zikadenmusik und Besuch der schönen Helena (eine lustige Achtjährige aus Hamburg) klingt der letzte Abend aus.

Bald versinkt die Sonne hinter dem Golf von Volos und unser Törn neigt sich dem Ende zu. Noch aber ist Donnerstag und am Freitag viel neue Badezeit.

Am Freitag führt ein letzter Schlag zurück zur Basis. Nach Yachtrückgabe steht noch etwas Volos und eine laute gelsige Nacht an. Bus und Condor folgen.

Vor dem Denkmal Papadiamantis‘, dem berühmten Dichter Skiathos‘, verabschiedet sich die Crew von dir: Atschy, Josef, Ernst, Bernd, Anton und Werner.

Das war unser Juli-Sommertörn 2021 ab Volos zu den Nördlichen Sporaden – heißes Wetter, wenig Wind, klares Wasser – die Quallen wollen wir vergessen.

Der Skipper bedankt sich herzlich bei seiner lustigen Crew und natürlich auch bei dir, lieber Berichtsleser und Bildergucker. Wenn du selber noch nie in der Gegend gewesen bist: Ante kann sie dir bestens empfehlen, vor allem dann, wenn keine Corona-Auflagen mehr nötig sind. Aber draußen auf den Inseln war von all den Pandemie-Beschränkungen ohnehin wenig zu merken – die Masken blieben in den Taschen. Hoffen wir, dass es so bleiben kann und nicht eine Delta- bis Omega-Variante irgendwann in die ägäische Suppe spuckt. Hoffen wir auch, dass sich bald mehr Menschen impfen lassen.

PS:
Ich hatte die Nördlichen Sporaden bereits 2014 und noch einmal drei Jahre später segelnd besucht. Von 2017 lassen sich ergänzende Bilder in einem noch immer bunten  Sporaden-Kaleidoskop  abrufen.

Eingewebt im Juli 2021 by Ante !